27. Februar 2010

Falls sich jemand wundern sollte: Aus Bis ins Mark ist zwischenzeitlich Kalte Haut geworden. Denn dummerweise erscheint einige Monate vor meinem Thriller bereits einer beim Knaur Verlag mit gleichem Titel. Das konnte natürlich keiner wissen. Tja ...
Das Cover ist im Augenblick zwar noch das alte, ein neues wird aber alsbald nachgereicht.


23. Februar 2010

Vortrefflich: In den letzten Tagen und Wochen stellen die Kirchenoberen unter Beweis, wie sehr sie als Wegweiser und Vorbilder taugen.


21. Februar 2010

Der Ghostwriter Der mittelklassige Autor mehrerer Pop- und Sportstarbiografien soll überraschend die Memoiren des umstrittenen, britischen Ex-Premierministers schreiben, weil sich dessen seelisch angeschlagener Ghostwriter das Leben genommen hat. Natürlich findet der Ersatzmann heraus, dass mehr als ein Selbstmord dahinter steckt, nämlich die ganz große Verschwörung im weltweiten Kampf gegen den Terror.
Keine wilden Schießereien, keine Schlägereien, keine Explosionen, keine Verfolgungsjagden - wann sieht (oder liest) man sowas heutzutage noch? Man kann daher in der Affäre Polanski zwiespältiger Meinung sein, aber sein »Ghostwriter«, der letzte Woche auf der Berlinale Premiere feierte und den ich gestern im Kino sah, ist ein herrlich unaufgeregter, trotzdem äußerst spannender Politthriller, der sich noch dazu dicht an die literarischen Vorlage »Ghost« von Robert Harris hält. Den Roman habe ich bereits 2007 bei Erscheinen gelesen - sehr empfehlenswert. Dito der Film.


20. Februar 2010

Endlich voll!


19. Februar 2010

Das Clean Team Gelesen: Das Clean Team (Heyne 2009, 496 Seiten, Euro 8.95) von Charlie Huston.

Um es auf den Punkt zu bringen: Webster Fillmore Goodhue, genannt Web, ist eine faule Sau. Am liebsten hängt er im Tattoo-Laden seines besten Kumpels Chev ab, vergrault dessen Kunden mit mieser Laune, wenn er sich nicht gerade in billige Horrorcomics vertieft. Bis Chev der Kragen platzt. Er verschafft Web einem Job – ausgerechnet beim »Clean Team«, einer Firma, die sich darauf spezialisiert hat, Verbrechensschauplätze von Blut, Fäkalien und anderen unschönen Dingen zu säubern.
Besser wäre allerdings, Web würde erst einmal sich selbst von dem blutigen Dreck befreien, den er seit Jahren mit sich herumschleppt: sein Vater ist ein saufender, weltschmerzender Schriftsteller, der einst – während er sich von Chevs Mutter einen Blow-Job verpassen ließ – eben diese und ihren Mann zu Tode fuhr. Webs Mutter suchte daraufhin das Weite und wurde in irgendeiner gottverlassenen Einöde Amerikas dauerbekiffte Farmerin. Aber mit diesen Schicksalsschlägen will Web sich nicht auseinandersetzen, lieber geht er seinem Umfeld weiter mit nervigem Sarkasmus auf den Geist.
Bis er eines Tages in die Wohnung von Soledad gerufen wird, deren Vater sich gerade den Schädel weggepustet hat. Die junge Frau braucht dringend Hilfe – nicht nur in Sachen Putzen. Die kann Web ihr allerdings nur bieten, wenn er endlich die Geister der Vergangenheit vertreibt. Was ihm nur schwerlich gelingt, denn dummerweise gerät er bei seinen Bemühungen, Soledad aus der Patsche zu helfen, nicht nur zwischen die Fronten der sich bekriegenden Tatortreiniger in L.A., er kommt auch noch einem skrupellosen Schmugglerring für Mandeln auf die Spur. Ja, richtig gehört: Für einen Haufen dummbräsiger Ganoven sind ausgerechnet Mandeln die heiße Ware der Zukunft.
Zugegeben, eigentlich ist der Plot, der dem »Clean Team« zugrunde liegt, ein einfacher, der noch dazu hunderte Male schon erzählt wurde: Verzweifelter, junger Mann muss über sich selbst hinaus wachsen. Doch mit den typisch unnachahmlichen Figuren und seiner eigenwillig knappen, aber nicht schmerzlosen Erzählweise ist Charlie Huston mit »Das Clean Team« wieder ein abwechslungsreicher und amüsanter Thriller gelungen. Außerdem, wie man hört, der Auftakt einer neuen Trilogie.


18. Februar 2010

Falls es jemanden interessiert, hier also jetzt die Quellenangaben.
Und im Tagesspiegel wird Frau Hegemann heute zitiert mit den Worten: »Mir hat es einfach Spaß gemacht, bestimmte Sachen auszudenken und die mit bestehenden Fragmenten aus Filmen oder Zeitschriften oder Büchern oder Geschichten aus meinem Umfeld zusammenzufügen. Ich habe mich überall bedient, wo ich dachte, das entspricht jetzt der alternativen Lebensweise, über die ich schreiben will.«
Okay, es ist schon schlimm genug, dass ein Roman blindlings gekauft wird, nur weil die Autorin eine Quasi-Promi-Tochter ist (sie selbst hat in Interviews zugegeben, der Roman sei aufgrund von 30 Seiten Textprobe vom Verlag unter Vertrag genommen worden, die dann im endgültigen Manuskript aber nicht mehr auftauchten). Aber dass sie dann mit der Sicherheit eines dicken Vorschusses nicht einmal den Hauch eines Interesses daran zeigt, sich mit dem ernsthaft auseinanderzusetzen, worüber sie schreiben will, sorry, das ist ein Schlag in die Fresse aller Autoren, die sich ernsthaft um ein Thema bemühen - und dafür auf die Straße gehen und recherchieren!


16. Februar 2010

Jetzt mal ehrlich: Ich gönne wirklich jedem den Erfolg. Aber irgendwas ist falsch, wenn jemand dem nationalen Feuilleton zufolge authentisch über die Club-, Techno-, Drogen- und Sexszene Berlins schreibt, der von sich selbst behauptet (und da jetzt mal das merkwürdige Selbstverständnis als Autor ausgenommen): »Ich habe keine Recherche betrieben. Ich will das, was ich mache, nicht finden - das soll zu mir kommen. Clubben empfinde ich als autistischen Vorgang, ich gehe auch nicht gerne aus. Man geht in Clubs, weil man da entweder auf jemanden treffen will, den man scharf findet, oder um Drogen zu nehmen. Brauche ich beides nicht grade.« Sagt Helene Hegemann im aktuellen »Tip Berlin«.
Okay, Hegemann ist auch erst 17 Jahre, kommt also sowieso noch nicht in die Clubs rein. Aber wie um alles in der Welt soll so jemand authentisch über jene Szene schreiben? Da muss doch was faul sein. Oder nicht?


14. Februar 2010

Killing Game Gelesen: Killing Game (Heyne 2009, 384 Seiten, Euro 7.95) von Charlie Huston.

Irgendwie hat man ja den Verdacht, Stephen King blurpt jeden letzten Dreck, soviele Bücher sind inzwischen mit seinen Zitaten im Umlauf – und weiß Gott, es sind nicht immer gute Romane, die er da lobt. Ausnahme: »Killing Game« von Charlie Huston.
»Killing Game« ist nach der Prügelknaben-Trilogie und den drei Joe-Pitt-Vampir-Thrillern Hustons erster Stand Alone. Wer diese Bücher kennt weiß, was ihn erwartet: Eigenwillige, aber rasche Erzählweise, kompromißlose Dialoge, abgedrehte Story.
Diesmal geht es um vier Kids, die sich ihre Sommerferien mit dem vertreiben, was Halbwüchsige in ihrem Alter eben gerne tun: mit dem Bike durch die Stadt cruisen, kiffen, saufen, Mädels aufreißen, Scheiße bauen. Bis dem Jüngsten von ihnen das Fahrrad geklaut wird, ausgerechnet von der Arroya-Gang, den schlimmsten Burschen in der ganzen Stadt. Das alleine ist schon Stoff genug für schlechte Träume.
Doch die Jungs wollen sich nicht unterkriegen lassen, diemal nicht. Sie holen sich das Fahrrad zurück, indem sie in das Haus der Arroya einsteigen. Dabei entdecken sie deren Drogenlabor. Sie schnappen sich das Fahrrad, Bargeld, etwas Kleinkram – und ein Kilo Meth. Dann verständigen sie die Polizei und feiern sich darauf, es endlich diesen Scheißkerlen heimgezahlt zu haben.
Einziges Problem: Weil die Arroyas jetzt im Knast sitzen, sitzt der örtliche Drogenboss auf dem Trockenen. Als ihm vier rotznasige Teenager ein Kilo Meth anbieten, begreift er den Zusammenhang – und löst das Problem schnell und unkompliziert. Für die vier Freunde dagegen beginnt ein verdammt schmerzhafter, verdammt blutiger Albtraum – und danach ist ihre Kindheit ein für allemal vorüber.
Keine Frage: Charlie Huston schreibt nicht für Weicheier. Stephen King findet: »›Killing Game‹ liest sich wie ›Stand By Me‹ auf Speed«. Wie gesagt: Diesmal hat er Recht.


13. Februar 2010

Sherlock HolmesMit dem Sherlock Holmes, den Basil Rathbone in den legendären Verfilmungen in den 40-er und 50-er Jahren darstellte, hat der neue, von Guy Ritchie inszenierte Meisterdetektiv nicht mehr viel zu tun. Dafür ist der neue Holmes näher an der literarischen Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle dran - und außerdem viel amüsanter. Zugegeben, die Logik bleibt manchmal auf der Strecke, und die Auflösung des Falls erscheint ein wenig, nun ja, gewollt. Aber letztlich geht es auch nicht darum. »Sherlock Holmes« ist - wie Ritchies wunderbare Klamotten »Bube, Dame, König, Gras« und »Snatch - Schweine und Diamanten - ein rasanter Spaß mit einem glänzend aufgelegten Robert Downey jr. als Detektiv.


10. Februar 2010

Sklavin der Sechs »Leugne nicht deine Träume. Stelle dich deinen Fantasien. Folge mir in die Dunkelheit der Stadt.« Heute morgen brachte mir die Paketpost die Belegexemplare von Sklavin der Sechs, dem Auftaktband meiner Erotik-Reihe »Banquette Bizarre«. Demnach dürfte der Roman schon bald auch im Buchhandel erhältlich sein.
Mittlerweile kann man auch schon Band 2, Diener der Sechs, vorbestellen. Einen ersten Blick aufs Cover gibt's hier.


6. Februar 2010

Frankie Machine Gelesen: Frankie Machine (Suhrkamp 2009, 364 Seiten, Euro 8.95) von Don Winslow.

Sie haben »Der Pate« gesehen? Sie glauben, jetzt über die Mafia Bescheid zu wissen? Dann haben Sie Frankie noch nicht kennengelernt ... Nein, Stop - Alles zurück an den Anfang. Also: Sie kennen »Der Pate«? Sie haben das Buch von Mario Puzo gelesen, oder wenigstens Coppolas Filme gesehen und mit Marlon Brando (alias Vito »Don« Corleone) am Schicksal seines Sohnes Michael in New York gelitten? Gut. Falls Sie nun meinen, sich bei der Mafia auszukennen, irren Sie sich. Aber das macht nichts, denn Frankie hat nichts mehr mit der ehrenwerten Gesellschaft am Hut.
Frankie heißt jetzt nämlich Frankie Machianno und lebt in San Diego. Dort gibt es Sonne, Strand, Palmen und den strahlend blauen Pazifik. Mit anderen Worten: Frankies Leben könnte schlimmer sein. An der Strandpromenade betreibt er einen Angelladen, einen Fischhandel, eine Reinigung, und außerdem jobbt er noch als Hausmeister. Wenn es seine Zeit erlaubt, repariert er seiner Ex-Frau Patty die verstopfte Abwasch, trifft sich zum Essen mit Tochter Jill, oder zum Altherren-Surfen mit seinem ebenso ergrauten Freund Dave: einem FBI-Agenten kurz vor der Pensionierung. Oder er gibt - das wahrscheinlich Beste von allem - für seine neue Freundin Donna den galanten Gigolo. Wie gesagt: Frankies Leben könnte tatsächlich schlimmer sein.
Und das wird es auch. In die Idylle seines Ruhestandes platzen nämlich zwei minderbemittelte Nachwuchsgangster, die ihn »um einen Gefallen bitten«. Den er ihnen »nicht abschlagen kann«. (Anscheinend gehören derlei dümmliche Sprüche spätestens seit der ersten Verfilmung irgendwie zum guten Ton.)
Dass Frankie den Job übernimmt, folgt der inhärenten Logik solcher Geschichten. Und natürlich: »Rein geschäftlich, nichts Persönliches«. (Noch so ein Spruch! Hätte Frankie dafür jedesmal zehn Cent kassiert, wäre er längst ein reicher Mann.) Ganz so einfach gestaltet sich die Vorstellung jedoch erwartungsgemäß nicht, und er gerät prompt in einen Hinterhalt. Er kann zwar entkommen, zieht aber eine blutige Spur hinter sich her, die auch seinen FBI-Freund Dave aufmerksam werden läßt.
Schnell wird klar: Jemand will Frankie aus dem Weg räumen. Denn die Mafia vergißt nie. (Noch so ein ... na, geschenkt.) Damals hieß Frankie Machianno noch Frankie Machine, weil er seinen Job als Killer mit der Präzision einer Maschine erledigte, schnell und zuverlässig. Doch das ist lange her - wer könnte jetzt noch so versessen darauf sein, ihn umzulegen? Die Liste der alten Feinde ist lang, und die vielbeschworene Mafiaehre leider auch nicht mehr das, was sie zu Zeiten des »Paten« einmal war.
Also schießt sich Frankie durch die eigene Vergangenheit: mit gehörigem Sarkasmus, oft amüsant, und stets spannend. Als einziges Manko könnte man das ständige Name-Dropping anführen, das die Verbindungen der amerikanischen Clans und Familien erläutern soll: derlei liest sich mitunter zäh. Aber was soll's: Jenseits der altbekannten Mythen funktioniert »Frankie Machine« wunderbar als ebenso unterhaltsamer wie vergnüglicher Krimi.


3. Februar 2010

Bjella Neun Monate alt und ...
Bjella ... endlich ein Teenie.


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Die Chronik des
laufenden Wahnsinns


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