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29. April 2010Heute vor 30 Jahren starb der Master of Suspense: Alfred Hitchcock. Einen hervorragenden Eindruck über sein Filmwerk verschafft diese Limited Edition-Sammlerbox, die sich dank prächtigem Design auch gut in jedem Regal macht ...
25. April 2010
Jeder Film mit ihm ein Hochgenuß: Scarface. Der Pate. Donnie Brasco. Heat. Der Kaufmann von Venedig. Cruising. Serpico. Glengarry Glen Ross. Carlitos Way. Hundstage. Sea of Love. Im Auftrag des Teufels. City Hall. Insider. An jedem verdammten Sonntag. Im inneren Kreis ... Heute wird Al Pacino, für mich einer der größten Charakterdarsteller unserer Zeit, 70 Jahre alt.
23. April 2010
Gelesen: Stumm (Ullstein 2010, 443 Seiten, Euro 8,95) von Sam Hayes.Zufälle gibt’s, die gibt’s nicht. Zumindest nicht im wahren Leben. Doch drückt man ein Auge zu, unterhält der Psychothriller »Stumm« von Sam Hayes ganz vortrefflich ... Von jetzt auf gleich steht das Leben der Lehrerin Julia auf dem Kopf: Denn nicht genug, dass sie gerade erst ihren versoffenen Ehemann Murray vor die Tür gesetzt hat und alleine mit den Kindern dasteht, beim Spaziergang mit dem Hund ihrer Mutter Mary findet sie im Straßengraben eine ihrer Schülerinnen – grausig verstümmelt. Zur gleichen Zeit erleidet Julias Mutter einen Schlaganfall. Zumindest ist dies die erste Diagnose von Dr. David Carlyle, dem neuen Hausarzt der Mutter.
Was allerdings (bis auf den Leser) niemand weiß: Erst wenige Stunden zuvor hat Mary wegen eines entzündeten Fingers den Hausarzt aufgesucht. Doch anstatt des vertrauten, alten Doktors öffnete ihr sein Nachfolger die Tür, eben dieser Dr. Carlyle. Mit dem aber verbindet Mary eine schlimme Erinnerung an die Studienzeit. Vor 30 Jahren hat der Arzt sie im Drogenrausch missbraucht, ist allerdings straffrei davongekommen. Der Schock über das unverhoffte Wiedersehen sitzt bei Mary so tief, dass sie fortan kein Wort mehr über die Lippen bringt.
Ihre Tochter Julia indes ist froh, dass der neue Hausarzt sich so rührend um ihre Mutter kümmert, und sie ist glücklich, dass der smarte Doktor ihr außerdem mit seinen Avancen Halt im turbulenten Leben gibt. Bis Dr. Carlyle als Verdächtiger im Missbrauchsfall der jungen Grace verhaftet wird – von Julias Bruder Ed, der als Ermittler bei der Polizei arbeitet. Julia, inzwischen schwer verliebt, kann und will nicht glauben, dass der fürsorgliche, warmherzige Mediziner für dieses abscheuliche Verbrechen verantwortlich ist. Deshalb bittet sie ihren Noch-Ehemann Murray um Hilfe. Der ist nämlich Anwalt und soll den Doktor aus der U-Haft pauken. Obwohl Murray nichts lieber sähe als den neuen Schwarm seiner Frau hinter Gittern, übernimmt er den Fall, hofft er doch, mit diesem Gefallen seine Frau und die Kinder wieder zurückgewinnen zu können. Zum Glück kommt ihm ausgerechnet Nadine, seine Schwägerin, Eds Ehefrau, zur Hilfe. Die ist Krankenschwester und hat ebenfalls ihre Zweifel, dass der gute Doktor mit seiner Fürsorge um Mary und Julia nur Gutes bezweckt ...
Kurzum: Natürlich ist es fürs wahre Leben eindeutig zuviel des Zufalls, dass alle – wirklich alle! – Protagonisten, Nebenfiguren, Ermittler, Verdächtigen und Täter im direkten, familiären Zusammenhang stehen. Aber sieht man über diesen Makel hinweg, hat man tatsächlich einen solide konstruierten, durchweg spannenden Psychothriller mit kuriosem Ende. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
21. April 2010
»Mensch: das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat.« Sagte Mark Twain, der heute vor hundert Jahren verstarb.
17. April 2010
Gelesen: Gott schütze Amerika (Heyne 2009, 304 Seiten, Euro 7.95) von Warren Ellis.Moralisch gehen die USA vor die Hunde. Da ist fast nichts mehr zu retten. Einzig ein Buch kann vielleicht noch Abhilfe schaffen: die geheime Verfassung des Landes. Diese soll im Auftrag des Stabschefs des Weißen Hauses ausgerechnet der räudige Privatdetektiv Mike McGill auftreiben. Zusammen mit der nymphomanen Trix nimmt er die Spur dieses ominösen Schriftstücks auf, durchquert auf knapp 300 Seiten die Staaten – ohne dass dabei etwas Nennenswertes geschieht.
Denn »Gott schütze Amerika«, der Debütroman vom gefeierten Comic-Autor Warren Ellis, ist weder ein spannender Krimi oder abgedrehter Thriller noch ein durchgeknalltes Road-Movie. Es ist eine stinkend langweilige Aneinanderreihung von Begegnungen mit vermeintlichen Freaks, die der Autor sensationslüstern zur Schau stellt: Männer, die sich ihre Hoden mit Kochsalzlösung aufspritzen. Frauen, die ihre Sexualität offen ausleben. Hemmungslose Sexparties. Ho, ho, ho, Autor Ellis ist ja wirklich eine coole Sau, weil er es wagt, solche Themen aufzugreifen.
Das mag sicherlich beim Stino-Publikum ankommen, diese Leser werden sich über die ach so perversen Gelüste mancher Leute schaudernd in den Schlaf kichern. Gut, sollen sie ihren Spaß haben, zumal Ellis derbe Schreibe ihren Teil dazu beiträgt. Doch es ist das eine, die Neigungen einiger Menschen einzig der schockierenden Effekte wegen vorzuführen. Etwas anderes ist es, sie in einen Topf zu werfen mit Pädophilen und krankhaften Killern. Da hört der Spaß dann auf.
16. April 2010
Dieser Tage sind noch einige Rezensionen zu Trieb erschienen. So schreibt Oliver Lippert in seiner Kritik bei
De-Re.de: »Großartiges Buch, interessantes und zum Denken anregendes Thema. Viel zu selten in dieser Form – Danke.« Unterdessen konstatiert Krimi-Lady Henny Hidden auf ihrer Website: »Gerade die gelungene Verbindung zwischen den individuellen Kinderschicksalen und der gesellschaftlichen Ohnmächtigkeit lässt den Roman zu einem gelungenen Thriller werden.«Alle Pressestimmen zum Roman lesen Sie hier.
15. April 2010
Ach so, dieser Tage »Book of Eli« mit Denzel Washington gesehen und mich selten so über einen Kinobesuch geärgert. Ödes Endzeitspektakel mit inhaltsleerer, vorhersehbarer Story über einen Lonesome Cowboy, der die Bibel von der US-Ost- zur Westküste schleppt, dabei von miesen Schurken aufgehalten wird, die ebenfalls Interesse an dem Buch haben, weil man damit doch so schön die Massen beeinflussen kann. Am Ende bekommt der Streifen einen verquasten, religiösen Eifer, der schier unerträglich ist - gerade in diesen Tagen, in denen die katholische Kirche und die Pfaffen der Welt ihre hässlichen Fratzen zeigen.14. April 2010
Gerade online gegangen: Die neue Website meines Alter Egos Christoph Brandhurst.
13. April 2010
Mit Verlaub, ich kann ein Schmunzeln nicht unterdrücken, während ich in der Stuttgarter Zeitung über die Autobiografie von Nina Hagen lesen: »Das Zeugnis, das Nina Hagen nun ablegt, wirkt aus zwei anderen Gründen entbehrlich. Zum einen aufgrund jenes 2002 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienenen, über fünfhundert Seiten starken und mit einem fabelhaften Fotoessay von Jim Rakete veredelten großformatigen Prachtbands: der von Marcel Feige verfassten und von Nina Hagen autorisierten Biografie That's why the Lady is a Punk.«
12. April 2010
Regelmäßige Leser meines Blogs wissen: Ich gehöre der »Apple-Sekte« an. Seit fast 15 Jahren arbeite ich mit großer Begeisterung am Mac. Seit drei Jahren schreibe ich nun schon am iMac 17" Intel Core 2 Duo, dieser noch ganz im schmucken Weiß. Jetzt ist es Zeit für einen neuen. Heute bei Gravis bestellt, den iMac 21" 2 Duo 3060. Ich freue mich.11. April 2010
Zuletzt wurde ja viel über die Zukunft des Buches diskutiert. Nicht selten konnte einem - als Autor - Angst und Bange dabei werden. Besonnener äußert sich dagegen Tom Kraushaar, Geschäftsführer von Klett-Cotta, in einem Interview mit dem Stern. Und so ganz Unrecht hat er ja nicht ...
9. April 2010
Die frühen Alex Cross-Thriller waren wahre Wunderwerke an präziser, rasanter Spannung und haben mich als Autor maßgeblich beeinflusst. Heute ist James Patterson mehr geniales Marketinggenie denn guter Autor. Leider.
Aber ein interessantes Porträt fand sich gestern in der Berliner Zeitung.
6. April 2010
Gelesen: Todesangst (Heyne Verlag 2010, 400 Seiten, Euro 8.95) von Simon Kernick.Kernicks Grundidee für seine Thriller ist denkbar einfach: Wahlweise einer Frau oder einem Mann, gerade ziemlich glücklich, kommt nach Hause, kriegt einen Anruf, der das ganze Leben auf den Kopf stellt. Nachfolgend gibt es viele Tote, während Frau oder Mann versuchen, dem Drahtzieher aller Grausamkeiten auf die Spur zu kommen. Was, natürlich mit einigen Blessuren, gelingt. Happy End.
Diese Masche hat bereits ziemlich erfolgreich mit »Gnadenlos« und »Deadline« funktioniert. Warum auch nicht?, möchte man meinen, schließlich ist dies nun mal das Rezept für gute Thriller. Die Frage nach Realismus stellt sich dabei nicht. Ein guter Thriller muss keine realistische Geschichte haben, um den Leser zu fesseln. Was er dann allerdings braucht, sind glaubwürdige Figuren. Hat er diese nicht, verliert jede Story an Spannung, egal über wieviel Authentizität sie verfügt.
Leider hat »Todesangst«, Kernicks neuer Roman, in dem er seinen Grundplot nur leicht variiert, sowohl das eine als auch das andere nicht.
Dan Tyler erwacht eines Morgens im Motelbett, ohne zu wissen, wie er dorthin gelangt ist. Noch schlimmer aber: Ist er wirklich der Mörder der jungen Frau, zweifellos seine heiß und innig geliebte Freundin Leah, die blutüberströmt und geköpft neben ihm liegt? Das zumindest macht ihm das kurze Filmchen glauben, das er sich auf Geheiß eines anonymen Anrufers im DVD-Player anschaut. Und damit das Original der DVD nicht der Polizei zugestellt wird, muss Dan irgendwo in London einen Aktenkoffer abholen und irgendwo wieder abliefern. Erwartungsgemäß geht die Übergabe in die Hose, es kommt zu einem blutigen Gemetzel, dem Dan in letzter Sekunde entfliehen kann. Jetzt wird er nicht nur vom skrupellosen Mörder gejagt, sondern auch von der Polizei, die ihn für den Mehrfachkiller hält.
Dan macht sich auf die Suche nach dem wahren Mörder, begegnet Freund und Feind, und wie gehabt ist natürlich niemand frei von Schuld, alle verfolgen ihr eigenes Ziel, jeder treibt deshalb ein hinterfotziges Spiel. Soweit so bekannt die Story.
Zugegeben: Auf den ersten Seiten gelingt es Kernick durchaus, seine Leser zu fesseln. Er weckt sogar die Hoffnung, dass er es nach der mauen »Deadline« (siehe dazu meinen Eintrag vom 3. April 2010, weiter unten) doch noch drauf hat. Doch die anfängliche Intensität verpufft nach ein paar Dutzend Seiten und übrig bleibt simple Action mit blassen Pappfiguren.
Denn wenn man - wie Dan - gerade erst neben der grausam ermordeten Liebe seines Lebens erwacht ist (und Dan vergisst nicht, die überwältigende Beziehung zu Leah immer und immer wieder zu betonen), denkt man (noch dazu als abgebrühter Soldat, der etliche Krisenherde überstanden hat) an alles, aber garantiert nicht daran, zwei Stunden später die erstbeste Blondine zu vögeln, die sich einem bereitwilig an den Hals wirft - zumal man nach jüngsten Ereignissen (nahezu jeder könnte der potientielle Drahtzieher sein) mit einer gehörigen Portion Misstrauen gesegnet ist.
Und sowieso: Warum musste der Mörder Leah überhaupt ermorden, um Dan unter Druck zu setzen? Wäre es nicht effektiver gewesen zu drohen, dass er Leah tötet? Und wie ist es dem Mörder überhaupt gelungen, dass Dan sich nicht mehr an die Nacht mit Leah erinnern kann? Die Frage ist essentiell, denn würde Dan sich erinnern können, wäre die weitere Geschichte hinfällig. Dan würde wissen, was tatsächlich passiert ist und sich gar nicht erst auf die Jagd nach Leahs Mörder machen ... Dummerweise bleibt Kernick die Antworten schuldig. Und, naja, eigentlich interessieren sie zum Schluß auch gar nicht mehr.
5. April 2010
Die fantastischen Sechs, die jüngst im Beltz & Gelberg Verlag erschienene Sachbuch-Anthologie, für die ich ein Porträt über Stephen King beigesteuert habe, »liest sich flüssig und kurzweilig, vermittelt das Wissen unterhaltsam und macht uns die Figur des Beschriebenen lebendig und deutlicher - was kann man von einer Biographie mehr erwarten?« Schreibt Carsten Kuhr in der aktuellen Ausgabe der Phantastik-Couch.3. April 2010
Gelesen: Deadline (Heyne 2009, 415 Seiten, Euro 8.95) von Simon Kernick.Andrea Devern kommt nach Hause, ihre Tochter Emma ist verschwunden. Entführer verlangen 500.000 Pfund Lösegeld, ansonsten stirbt die Kleine. Andrea ist verzweifelt und bittet, da sie die Polizei nicht einschalten darf, ihren ehemaligen Liebhaber Jimmy um Hilfe, einen gewieften Gauner und Bankräuber, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Jimmy sei, so sagt Andrea, Vater von Emma. Was Jimmy irgendwie gar nicht interessiert, stattdessen will er erst einmal vögeln: »Na komm schon, du willst es doch auch.«
Klar, logisch, welche Mutter will das nicht, wenige Minuten nachdem sie einen Anruf der brutalen Entführer ihrer Tochter erhalten hat? Überhaupt ist Jimmy nur ein dümmlich grinsender Dödel, der derart dämlich zu Werke geht, dass man sich nicht nur fragt, wie er überhaupt je einen Überfall zustande gebracht hat, sondern sich freut, als die Entführer ihn bei der Geldübergabe an einen Fleischerhaken aufspießen und konsequenterweise von Andrea weitere 500.000 Pfund verlangen.
Andrea, blutüberströmt und selbstverständlich in Panik, gerät in eine Verkehrskontrolle. Ab jetzt übernimmt die Polizei das Ruder, allen voran Mike Bolt, ein erfahrener, abgeklärter Detective. Was für ein Zufall, auch er hatte seinerzeit (zur gleichen Zeit wie Jimmy!) eine Affäre mit Andrea (wer eigentlich nicht?). Darüber hinaus sei eigentlich er, so behauptet Andrea, der Vater von Emma. Weshalb Mike die Entführung (wenig überraschend!) prompt zur persönlichen Sache erklärt, sich dabei (noch weniger überraschend!) zu allerhand Dummheiten hinreißen lässt.
Apropos Dummheiten: »Deadline« strotzt gerade so davor. Schon gleich zu Beginn stellt sich die Frage, warum Andrea ausgerechnet ihren alten Lover Jimmy zu Hilfe ruft. Aus ihrer langen Liste an Affären hätte sie weitaus effizientere Typen zur Verfügung gehabt. Zum Beispiel Detective Mike Bolt. Doch der kommt nur dank Kommissar Zufall ins Spiel – und ist ausgerechnet der einzige, der (freilich nur mit viel Glück) den Fall aufklären kann. Aber zu dem Zeitpunkt hat man angesichts der Pappcharaktere, Fließbandwendungen und (nicht zu vergessen!) einer lieblos hingerotzten Sprache schon fast jegliches Interesse an der Story verloren.
1. April 2010
Internet wegen Überfüllung geschlossen? Gibt's denn sowas? Ja, zum 1. April scheint sich wirklich niemand zu entblöden. Ha, ha, selten so gelacht.





