21. Juni 2010

Die fantastischen Sechs Heute Nachricht vom Beltz & Gelberg Verlag erhalten: Die fantastischen Sechs, die Anthologie mit den Biografien der sechs wichtigsten Fantastik-Autoren, die im Frühjahr erschienen ist, ist jetzt für den koreanischen Buchmarkt lizensiert worden.


18. Juni 2010

Packe so langsam die Koffer, denn nicht mehr lange, und mein Flieger hebt ab: 3 Wochen US-Westküste ... San Diego, L.A., San Francisco, Seattle. Yeah!


14. Juni 2010

Wut Rezensionen meiner Bücher hat es schon viele gegeben. Natürlich freue ich mich über jede gute Kritik, aber über manche gute Kritiken freue ich mich ein bisschen mehr. So hat zum Beispiel Oliver Naujoks jetzt mein Krimidebüt Wut gelesen und in seinem Blog besprochen. Ich lese regelmäßig Olivers Online-Tagebuch, weil ich seine fundierte, tiefschürfende Art schätze, mit der er dort mit Büchern und Filmen ins Gericht geht. Von seinem unglaublichen Literatur- und Filmwissen ganz zu schweigen. Normalerweise konzentriert sich Oliver bei seinen Buchbesprechungen auf SF und Fantasy (oder literarische Klassiker), doch in diesen Tagen hat er sich einen Stapel Krimis vorgenommen. Einer davon ist eben meiner. Übrigens der einzig deutschsprachige. Deshalb freut mich Olivers Urteil umso mehr.


8. Juni 2010

Gelesen: Grabesgrün (Fischer 2008, 704 Seiten, Euro 8.95) und Totengleich (Scherz 2009, 779 Seiten, Euro 16.95) von Tana French.

Ein Autor und zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein können: Tana Frenchs Debüt »Grabesgrün« gleicht einer spannenden Fahrt mit der Achterbahn, ihr zweiter Roman »Totengleich« dagegen nur einem öden Kaffeekränzchen.

Vier Minuten »Grabesgrün« beginnt furios: Vier Kinder vertreiben sich vergnügt die Nachmittage im Wald von Knocknaree, einem kleinen Dorf bei Dublin – bis eines Abends drei der Kids spurlos verschwinden. Nur eines kehrt mit blutigen Schuhen zurück. Was ist geschehen? Robert Ryan, der Überlebende, aus dessen Perspektive nachfolgend der Roman erzählt wird, fehlt die Erinnerung daran. Er ändert seinen Namen, zieht mit den Eltern weg, fängt ein Studium an, wird Polizist.
Jetzt, 20 Jahre danach, wird er als Detective zurück an den Ort der traumatischen Kindheit gerufen. Auf dem Altar einer archäologischen Ausgrabungsstätte wurde über Nacht die Leiche der kleinen Katy gefunden, ausgerechnet in direkter Nachbarschaft des mysteriösen Waldes. Hat Katys Tod mit dem damaligen Verschwinden der drei Kinder zu tun? Rob möchte die Antwort darauf finden, so wie er endlich auch die Erinnerung an die einstigen Ereignisse wiederfinden möchte, weshalb er seinen Vorgesetzten seine traumatische Vergangenheit verschweigt. Einzig Robs Partnerin Cassie Maddox weiß von Robs schrecklicher Vorgeschichte, aber weil sie zugleich seine beste Freundin ist, unterstützt sie ihn in seinem Vorhaben. Ein fataler Fehler, wie sich zeigt.
Denn es ist zwar packend zu lesen, wie die beiden Detectives fortan bei dem Versuch, inmitten der verschwiegenen Dorfgemeinschaft den Mörder der kleinen Katy zu finden, eine Familientragödie offenlegen. Aber der Mordfall ist im Grunde nur Nebensache, denn noch viel spannender zu verfolgen ist – bei Robs immer verzweifelterem Bemühen, Licht in seine finstere Vergangenheit zu bringen – der schleichende, von zunehmenden Lügen und Misstrauen befeuerten Verfall der Freundschaft zwischen ihm und Cassie. Der erfrischenden Opulenz und der lebendigen Bildsprache, mit der Tana French das verstörte Seelenleben ihres Helden ausbreitet, kann man sich beim besten Willen nicht entziehen. Ein ausgezeichneter Krimi, ein hervorragender Thriller, ein perfektes Drama.

Vier Minuten Das möchte auch »Totengleich« sein, scheitert aber auf ganzer Linie. Tana Frenchs zweiter Roman wird diesmal erzählt aus der Perspektive von Cassie Maddox, die sich, nachdem die Freundschaft zu Rob endgültig zerbrochen ist, in die Abteilung Häusliche Gewalt hat versetzen lassen. Dort ruft man sie zu einem Mordfall. In einem abgelegenen Cottage auf dem Land wurde eine Frauenleiche gefunden. Nicht nur, dass die Tote Cassie wie aus dem Gesicht geschnitten ist, sie trägt auch jenen Tarnnamen, den Cassie vor Jahren als Undercoverbeamten benutzt hat: Lexie Madison.
Die falsche Lexie Madison lebte mit vier Freunden zurückgezogen in einem alten Herrenhaus. Ist einer dieser Eigenbrötler ihr Mörder? Um dies herauszufinden, aber auch, um zu erfahren, wer ihr Alter Ego eigentlich ist, schlüpft Cassie noch einmal in die Rolle der Lexie und kehrt als vermeintlich Überlebende ins Herrenhaus zurück. Und damit nimmt das Unheil seinen Lauf: Denn die jungen Leute leben dort quasi autark vom Rest der Welt, und ihre einzige Beschäftigung sind tagsüber Tutorenkurse an der Uni, abends im Herrenhaus Kartenspiele, Stickereien, Spaziergänge und gemeinsame Abendessen, bevor sie früh ins Bett gehen.
Gut möglich, dass ein Mörder unter ihnen ist, und dass auch die Freundschaft, die die Eigenbrötler zusammenschweißte, durch Lexies vermeintliche Wiederkehr auf eine harte Probe gestellt wird. Aber sie sind und bleiben Sonderlinge, deren Aktivismus einem öden Kaffeekränzchen dementer Rentner gleicht. Und da der Leser ansonsten auch nur Cassies Perspektive inne hat, die zwar wacker zu ermitteln versucht, aber angesichts dieser scheintoten Gesellen kaum etwas über deren Seelenleben erfährt, vielleicht auch gar nichts erfahren möchte, weil sie sich nämlich wohlzufühlen beginnt bei ihren neuen Freunden, hilft auch der bildhafte Stil Tana Frenchs nicht über die Langeweile hinweg, die sich angesichts der 700 Seiten einstellt, auf denen nahezu nichts passiert. Im Gegenteil, hier lassen die ausufernden Beschreibungen die Geschichte nur noch zäher wirken.
Sprache ist eben nicht alles. Auch die Story muss stimmen.


7. Juni 2010

Was regen wir uns eigentlich über die Katastrophe im Golf von Mexiko auf? Es reicht, nach einem Sommerwochenende in den Park zu gehen ...


2. Juni 2010

Hatte gestern Besuch eines Filmteams von Welt der Wunder, das sich im Rahmen einer Recherche über die Geschichte der Prostitution auch mit mir unterhielt. Ausgestrahlt werden soll die entsprechende Sendung auf RTL2 voraussichtlich im August. Details folgen demnächst.


1. Juni 2010

Kalte Haut Manchmal geschehen Dinge, die kann man beim besten Willen nicht beeinflussen. Darauf im Detail einzugehen, würde diesen Rahmen sprengen. Am Ende bleibt nur zu sagen: »Dumm gelaufen!«
Andere Dinge dagegen kann man zum Glück steuern. Weshalb der Goldmann Verlag entschlossen hat, meinen neuen Thriller Kalte Haut - obwohl fertig geschrieben - vom Sommer 2010 auf den Sommer 2011 zu verschieben - mit neuer Ankündigung in neuer Vorschau. Dementsprechend wird der zweite Roman, in dem - neben Kommissar Kalkbrenner - die inzwischen bekannte Sera Muth die Hauptrolle spielt, im Sommer 2012 erscheinen.
Geneigte Leser, die bereits nach neuem Futter aus meiner Feder gefragt haben, möchte ich daher um Geduld bitten. Eines ist jetzt schon sicher: Es lohnt sich!


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Die Chronik des
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