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6. Februar 2010

Frankie Machine Gelesen: Frankie Machine (Suhrkamp 2009, 364 Seiten, Euro 8.95) von Don Winslow.

Sie haben »Der Pate« gesehen? Sie glauben, jetzt über die Mafia Bescheid zu wissen? Dann haben Sie Frankie noch nicht kennengelernt ... Nein, Stop - Alles zurück an den Anfang. Also: Sie kennen »Der Pate«? Sie haben das Buch von Mario Puzo gelesen, oder wenigstens Coppolas Filme gesehen und mit Marlon Brando (alias Vito »Don« Corleone) am Schicksal seines Sohnes Michael in New York gelitten? Gut. Falls Sie nun meinen, sich bei der Mafia auszukennen, irren Sie sich. Aber das macht nichts, denn Frankie hat nichts mehr mit der ehrenwerten Gesellschaft am Hut.
Frankie heißt jetzt nämlich Frankie Machianno und lebt in San Diego. Dort gibt es Sonne, Strand, Palmen und den strahlend blauen Pazifik. Mit anderen Worten: Frankies Leben könnte schlimmer sein. An der Strandpromenade betreibt er einen Angelladen, einen Fischhandel, eine Reinigung, und außerdem jobbt er noch als Hausmeister. Wenn es seine Zeit erlaubt, repariert er seiner Ex-Frau Patty die verstopfte Abwasch, trifft sich zum Essen mit Tochter Jill, oder zum Altherren-Surfen mit seinem ebenso ergrauten Freund Dave: einem FBI-Agenten kurz vor der Pensionierung. Oder er gibt - das wahrscheinlich Beste von allem - für seine neue Freundin Donna den galanten Gigolo. Wie gesagt: Frankies Leben könnte tatsächlich schlimmer sein.
Und das wird es auch. In die Idylle seines Ruhestandes platzen nämlich zwei minderbemittelte Nachwuchsgangster, die ihn »um einen Gefallen bitten«. Den er ihnen »nicht abschlagen kann«. (Anscheinend gehören derlei dümmliche Sprüche spätestens seit der ersten Verfilmung irgendwie zum guten Ton.)
Dass Frankie den Job übernimmt, folgt der inhärenten Logik solcher Geschichten. Und natürlich: »Rein geschäftlich, nichts Persönliches«. (Noch so ein Spruch! Hätte Frankie dafür jedesmal zehn Cent kassiert, wäre er längst ein reicher Mann.) Ganz so einfach gestaltet sich die Vorstellung jedoch erwartungsgemäß nicht, und er gerät prompt in einen Hinterhalt. Er kann zwar entkommen, zieht aber eine blutige Spur hinter sich her, die auch seinen FBI-Freund Dave aufmerksam werden läßt.
Schnell wird klar: Jemand will Frankie aus dem Weg räumen. Denn die Mafia vergißt nie. (Noch so ein ... na, geschenkt.) Damals hieß Frankie Machianno noch Frankie Machine, weil er seinen Job als Killer mit der Präzision einer Maschine erledigte, schnell und zuverlässig. Doch das ist lange her - wer könnte jetzt noch so versessen darauf sein, ihn umzulegen? Die Liste der alten Feinde ist lang, und die vielbeschworene Mafiaehre leider auch nicht mehr das, was sie zu Zeiten des »Paten« einmal war.
Also schießt sich Frankie durch die eigene Vergangenheit: mit gehörigem Sarkasmus, oft amüsant, und stets spannend. Als einziges Manko könnte man das ständige Name-Dropping anführen, das die Verbindungen der amerikanischen Clans und Familien erläutern soll: derlei liest sich mitunter zäh. Aber was soll's: Jenseits der altbekannten Mythen funktioniert »Frankie Machine« wunderbar als ebenso unterhaltsamer wie vergnüglicher Krimi.


3. Februar 2010

Bjella Neun Monate alt und ...
Bjella ... endlich ein Teenie.


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