29. April 2005

Ich werde gar nicht viel dazu sagen. Nein, nur ich soll wissen, dass ich mein iBook verkauft habe. Meine lippen sind verschlossen darüber, dass auch mein eMac demnächst dran glauben wird. Ich werde auch nicht verraten, dass es mir nicht leicht fällt, diese schmucken Rechner, die mir so treue Dienste leisteten, wegzugeben. Ich werde kein Wort darüber verlieren, dass ich mir ein Apple Studio Display erworben habe, einen jener stylish Flachbildschirme aus Cupertino. Und niemand soll erfahren, dass daran demnächst ein Powerbook seinen Dienst verrichten soll. Ich schweige darüber, dass ich mich diebisch freue. Versprochen, es soll ein Geheimnis bleiben, dass jeder so seine Macken hat - auch ich.


28. April 2005

Weil ich das Buch Deep in Techno geschrieben habe, interviewte mich heute morgen die SWR2-Radiosendung Machete zum Thema Techno - Anlaß ist die am Samstag stattfindende Mayday in Dortmund. Es ist immer das Gleiche, eine der ersten Fragen war: Der Tresor geschlossen, die Love Parade abgesagt, gibt es Techno überhaupt noch?

Natürlich gibt es Techno noch. Nur mit dem Unterschied, dass der Reiz des Neuen längst verflogen ist und die Jugendkultur der 90-er Alltag geworden ist - übrigens ein völlig normaler Prozess. Ähnlich ist es doch den Rockern, den Hippies, den Beatniks oder den Punks ergangen. Erst gab es den Medienrummel und jeder wollte Tteil davon sein, dann wurde die Musik zum Alltag. und genau das ist Techno eben heute auch: Eine Musikrichtung wie viele andere, und wie diese mit unglaublich vielen stilistischen Strömungen (Detroit Techno, Chicago House, Garage, Trance, Gabber, Breakbeat, Drum'n'Bass). Und so präsentiert sich dann auch die Szene: Es gibt Leute, die gehen heute zu Techno tanzen, morgen zu Black Music, übermorgen zu Rock. Und es gibt Leute, die leben eben nur für Techno; sie sammeln Platten, kaufen CDs, gehen regelmäßig in die Clubs - so wie ich.
Und wer's immer noch nicht glauben mag: In meiner Musik-Sektion gibt es jeden Monat aktuelle Mixe mit neuem Vinyl. Unglaublich, wieviel neue Platten monatlich erscheinen. Techno tot? Iwo!
Die SWR2-Sendung »Machete« wird morgen ab 14 Uhr ausgestrahlt.

Ansonsten: Es gibt noch Menschen mit ganz anderen Problemen, guck mal hier.


26. April 2005

Wissen Sie, was das Interessante an der Arbeit an einem Buch wie Lude! ist? Viele glauben, dass es das Schreiben der faszinierenden Lebensgeschichte einer Person ist. Natürlich ist das nicht ganz falsch und hat durchaus seinen Reiz. Aber ebenso interessant finde ich es, die näheren Zeitumstände zu recherchieren. Will heißen: Was geschah im Jahr 1969? Wie war die gesellschaftliche Stimmung 1974, als Deutschland Fußballweltmeister wurde? Welche politiker sorgten 1979 für Skandale? Und welche Musik wurde 1982 gehört?
In solchen Momenten kramt man als Autor bisweilen ganz eigene Erinnerungen hervor, die zwar nichts mit der zu beschreibenden Person zu tun haben, aber dennoch ganz amüsant sind.

Glückwunsch ins Rheinland, wo Kollegin Nicole Rensmann heute ihren Geburtstag feiert. Alles Gute!


25. April 2005

Geguckt: Big Fish von Tim Burton. Ein zauberhafter Film über die Liebe und das Leben, die Magie und die Realität, das alles traumhaft in Szene gesetzt. Kann ich nur empfehlen. Ich habe ihn seinerzeit im Kino gesehen, gestern abend auf DVD. Insbesondere Darsteller Ewan McGregor ist eine schauspielerische Ausnahmeerscheinung, die viel zu selten gewürdigt wird. Und in einem Streifen wie Star Wars völlig unter Wert verkauft wird - meiner Meinung nach.

Ansonsten: Heute morgen trafen weitere Rezensionen zu meiner 2. Auflage vom Tattoo- & Piercing-Lexikon sowie zu Wa(h)re Lust ein. Interessant zu lesen, vor allem weil sie durch die Bank positiv sind. *grins*


24. April 2005

Morgen im »Spiegel«: Eine Reportage über den Prozess gegen Michael Jackson. Da ich »Spiegel«-Abonnent bin und in Berlin wohne, wo die Abos am Sonntag morgen zugestellt werden, habe ich den Beitrag bereits lesen können. Ich muss gestehen: Er ist schon eine recht merk-, aber auch fragwürdige Angelegenheit, dieser Prozess. Ich möchte keinesfalls die Schuldfrage klären, gleichzeitig möchte ich aber auch niemanden von Schuld freisprechen. Fakt ist einfach: Ich weiß viel zu wenig. Erstens findet der Prozess hunderte Kilometer entfernt statt. Zweitens war ich nie in den Privaträumen von Michael Jackson anwesend. Und das gilt auch für die vielen Zeitgenossen, die meinen, ihren Senf zu dem Fall abgeben zu müssen.
Die letzten Wochen habe ich wiederholt Anfragen von eifrigen Redakteuren großer Fernsehsender - insbesondere deren Boulevard-Magazine - erhalten, die mein »Lexikon über Michael Jackson« gelesen haben und mich zum Interview baten. Ich habe mich entschieden: Ich sage gar nichts, zumindest nicht mehr, als ich hier und heute an dieser Stelle getan habe. Besser ist das.


21. April 2005

Heute morgen bei Spiegel Online gelesen: Die Love Parade findet auch in diesem Jahr nicht statt. Gut so, denn das Spektakel, das seit Mitte der 90-er Jahre dem rheinischen Karneval und dem Münchner Oktoberfest in nichts nachsteht, war mir - der die Technobewegung von Anfang an aktiv erlebte - immer schon suspekt. Viel interessanter waren da meist die Events in den Clubs, zu denen die Elite internationaler Produzenten und DJs anreiste. Bereits letztes Jahr entwickelten die Clubbetreiber - im Gegensatz zu den Love Parade-Veranstaltern - ein emsiges Eigenleben, verließen sich eben nicht nur auf Sponsoren und die Unterstützung anderer. Sie initiierten eine Love Week - eine Woche lang Partys pur! Ob es ihnen dieses Jahr abermals gelingt? Wünschenswert wäre es.

Die Arbeit an Lude! geht derweil voran. Inzwischen liegt mir ein Skript von knapp 70 Seiten vor. Das Skript gibt mir den Handlungsrahmen in groben Zügen vor. Das ist wichtig bei solch einem Buch, damit ich beim Schreiben später keine Ereignisse durcheinanderwürfel. 70 Seiten sind sehr viel - aber eindeutig weniger als bei der opulenten Lebensgeschichte von Nina Hagen, die ich 2002 schrieb. Ich bin frohen Mutes; »Lude!« wird gewiß ein spannendes Buch werden.


19. April 2005

So, der Kater vom Wochenende hat sich endlich geschlichen, inzwischen sitze ich wieder am Mac und arbeite die Recherche-Ergebnisse zu Lude! auf. Zur Zeit ist nicht wirklich ein roter Faden erkennbar, aber so ist es immer am Anfang ...
Unterdessen trudeln allmählich die Rezensionen und Presseberichte zu meinen aktuellen Neuerscheinungen ein, unter anderem das Tattoo- & Piercing-Lexikon, das im Herbst 2004 erschienen ist. Schon ein seltsames Gefühl. Während was Neues in meinem Schädel Konturen annimmt, habe ich die »alten« Werke aus den Augen verloren. Habe ich da wirklich mal dran gearbeitet? Muss wohl, steht ja schließlich mein Name drauf.


16. April 2005

6.47 Uhr - der Wodka-Lemon kreist noch in der Blutbahn, der Bass wummert in den Ohren nach. Schlaf mag sich irgendwie noch nicht einstellen ... Nach erfolgreicher wie inspirierender Recherchereise ins Ruhrgebiet ging's gestern abend schnurstraks in den Tresor, der mit Joey Beltram aus New York seinen vorletzten Tag feierte. Wow, was für eine Party! Und irgendwie schloß sich ein weiterer Kreis. Denn mit Beltrams »Energy Flash« begann 1991 eigentlich erst die ganze Techno-Klamotte hier in Europa. Beltrams aktuelles Album »The rising sun« gehört gegenwärtig zu meinen Favorits auf den Plattentellern, und daher war es quasi ein perfektes Ende der Tresor-Ära. Der Tresor-Club in Berlin war 14 Jahre lang deutschlandweit federführend in Sachen konsequenter, elektronischer Musik.
Wer noch einmal mag: Heute abend öffnet der Tresor zum allerletzten Mal, mit Richie Hawtin und Ricardo Villalobos. Vielleicht sieht man sich.


11. April 2005

»Waren Sie schon einmal im Ruhrgebiet?«

Anderen Autoren mag es anders ergehen, bei mir ist der erste (Ab)satz eines Buches meist der schwierigste, vor allem wenn es sich bei dem Buch um eine Lebensgeschichte handelt. Denn der Auftakt einer Bografie soll den Leser nicht nur auf Anhieb packen - wie bei einem Roman -, sondern möglichst auch die Persönlichkeit, deren Leben es nachfolgend zu schildern gilt, kurz und präzise mit dem Leser vertraut machen. Ist dieser Kraftakt vollzogen, geht es meist wie von selbst voran.
Ich habe die vergangenen Tage lange mit mir gerungen, aber ich glaube, nach mehrmaligen Versuchen habe ich am Wochenende den richtigen Einstieg in Lude! gefunden. Ich freue mich jetzt auf die weitere Geschichte; da lauern amüsante Anekdoten und brisante Details aus dem Rotlichtmilieu.
In dieser Woche stehen etliche Interviews zur Recherche im Ruhrgebiet auf meinem Terminkalender.


8. April 2005

Heute morgen habe ich entgegen meiner üblichen Gewohnheit den Fernseher zum Frühstück eingeschaltet. Gelegentlich gibt es halt Ereignisse, da bricht man die Regel. Die Bilder, die die TV-Sender aus Rom übertrugen, glichen einem modernen Volksfest. Seltsam nur, dass die eigentliche Zeremonie zur Beerdigung von Papst Johannes Paul II. wie aus dem Mittelalter anmutete.
Neulich war ich auf der Beerdigung eines fernen Verwandten in den Niederlanden. Beim Einzug in die Kirche wurde Monty Phytons »Always look on the bright side of life« gespielt. Nach der Predigt, gehalten von der Enkelin des Verstorbenen, spendeten die anwesenden Trauergäste Beifall - aus Respekt vor dem Leben des Verstorbenen. Und beim Aszug aus der Kirche sang die Sängerin »Time to say goodbye« von Sarah Brightman und Andrea Bocelli. Das nenne ich mal einen coolen Abschied!
Übrigens, der Priester hat dies alles nur erlaubt, weil er demnächst in Rente geht, ihm deshalb mögliche Restriktionen durch die Obrigkeiten egal waren.

Von der geistlichen Welt zu einer anderen: Heute lagen die Belege der Hör-CD Große Freiheit. Lieder & Geschichten aus St. Pauli des Patmos Verlags im Briefkasten, auf der ein Auszug aus meinem Buch Tattoo-Theo. Der Tätowierte vom Kiez zu hören ist. Schon amüsant, die eigenen Worte plötzlich von dem Schauspieler Gerhard Garbers gesprochen zu hören. Interessant auch das Umfeld: Joachim Ringelnatz, Klaus Hoffmann, Domenica, Achim Reichel, Udo Lindenberg, Hans Albers ...
Irgendwie habe ich das Gefühl, schließen sich gerade Kreise. Denn zur Zeit arbeite ich an Lude!, der Lebensgeschichte einer Rotlicht-Größe.


7. April 2005

Entschieden: Aus dem Arbeitstitel meiner Roman-Trilogie im Festa Verlag, »Das Inferno«, wurde der offizielle Serienname. Der erste Band, der im Oktober erscheinen wird, trägt den Titel: »Ruf der Toten«.


6. April 2005

Heute lag die neue Ausgabe von Bücher in meinen Briefkasten. Durchaus ein Magazin, das Aufmerksamkeit verdient. Zwar kommen Fantastik und Thriller in meinen Augen ein bisschen zu kurz - da gelobe ich mir Lesen & Leute, für das ich zweimonatlich die Rubriken »Fantastisches« und »Spannendes« schreibe -, aber die Aufbereitung der Themen in Interviews und Reportagen hat in »Bücher« hohen Unterhaltungswert. Diesmal gefallen das Feature über T. C. Boyle und das insbesondere im Layout einfallsreiche Porträt John Grishams.


4. April 2005

Manchmal muss das einfach sein: Donnerstag mittag - nach Abschluß eines aufwändigen Exposees - spontan beschlossen und am Freitag morgen bereits ging es ab in Richtung Warnemünde. Dort in einen niedlichen Bungalow eingenistet und das Wochenende über den herrlichen Sonnenschein am Ostseestrand genossen. Kann es was schöneres geben?
Allenfalls die Arbeit an einem Buch, dessen Thema höchst interessant zu werden verspricht. Mit Lude!, (Arbeitstitel), die Lebensgeschichte eines Zuhälters, schließe ich im Herbst nach Wa(h)re Lust (2004) und Das Lexikon der Prostitution (2003) meine Milieu-Trilogie ab. Mehr dazu in den nächsten Wochen an dieser Stelle.


Blog
Die Chronik des
laufenden Wahnsinns


Mai 2012April 2012März 2012Ältere Einträge im Archiv
Impressum