Kuba Kubanisch im Restaurant Cueva Buena Vista
Andreasstr. 66, 10243 Berlin-Friedrichshain.
Inhaber des Lokals ist Arnaldo Douriet Rodriguez, Neffe der kubanischen Musiklegende Ibrahim Ferrer, Mitglied des Buena Vista Social Clubs. Rodriguez hat es sich nach eigenem Bekunden zum Ziel gesetzt, seinen Gästen mit original kubanischen Speisen und Getränken und der Discoteca Latina eine authentisch kubanische Atmosphäre zu bieten.
Was die Atmosphäre betrifft, keine Frage, gelingt es ihm. In der kleinen Gaststube sitzt man unter gewaltigen Palmen, und kubanische Salsa-, Merengue- und Bachata-Rhythmen dudeln unaufdringlich im Hintergrund. Auch die Getränke können sich sehen & schmecken lassen: Cuba Paradise (4cl Gin, Caracao Blue & Orangensaft) war der richtige Einstieg. Als Vorspeise wählten wir Sopa de Pollo (Hühnersuppe) und Sopa de Carne de Re (Rindfleischsuppe). Sehr lecker!
Bei der Hauptspeise allerdings braucht man ein glückliches Händchen – wir hatten es nicht. Wir entschieden uns für den Cueve Buena Vista-Spezialteller für zwei Personen: gebratene Kochbanane, Rippchen, gebratene Hühnerflügel, Papas rellenas, dazu original spanische Paprikawurst und gebratener Schweinebauch (typisch kubanisch).
Ungelogen: wir kriegten gerade mal Einviertel der Speisen runter, danach setzte der Würgreiz ein. Alles triefte dermaßen vor Fett - unangenehm! Wenn das die typisch kubanische Küche ist, nein danke!
Zugegeben, die Teller der Leute an den Nachbartischen sahen weitaus »fettarmer« aus. Deshalb sollte man der Speisekarte des Cueva Buena Vista noch einmal eine Chance geben. Irgendwann ...


Georgien Georgisch im Restaurant Genazvale
Windscheidstr. 14, 10627 Berlin-Charlottenburg
Schon mal fünf Stunden am Stück essen gewesen? Beim Georgier in Charlottenburg ist das kein Problem. Das Restaurant ist nicht sehr groß, dafür umso heimeliger eingerichtet. Dem Laien fällt die Beurteilung zwar schwer, aber die Ausstattung könnte durchaus aus Georgien stammen.
Die Speisekarten ist nicht grenzenlos, aber alles klingt verdammt lecker. Dementsprechend lange dauert die Auswahl. Am besten, man wählt zu erst das Getränk. Empfehlenswert ist der Hauswein, wahlweise in rot oder weiß. Getrunken wird aus einer Messbecher-ähnlichen Schale. Mal was anderes!
Georgien Zum Einstieg wählte ich eine Fleischteigtaschensuppe (pikant!). Als Vorspeise wurde Chinkali, das sind Nudelteigtaschen mit Hackfleisch, serviert (saftig und würzig!). Da waren bereits zwei Stunden vergangen. Als Hauptspeise wählte ich Tabaka: junges würziges Hähnchen in Knoblauchwalnusssauce aus dem Ofen, mit Bratkartoffeln (eigenwillig, aber durchaus interessant im Geschmack). Für ein unangenehmes Völlegefühl sorgte das Dessert Thathara, georgischer Pudding aus Weintraubensaft mit Walnüssen: eine klebrige, süße Melange. Gewöhnungsbedürftig. Da kamen die Absacker, ein russischer Wodka und ein Tscha-Tscha (georgischer Grappa) gerade recht.
Kurz vor Mitternacht bekamen wir die Rechnung. Dass es so spät wurde, lag sicherlich auch an der russischen Familienfeier, die am gestrigen Abend in dem Restaurant zelebriert wurde – mit einem italienischen Opernsänger, der sich später auch noch als vortrefflicher Komödiant erwies und auch den Rest der Gäste unterhielt.
Fazit: von allen Gasthäusern bisher das gemütlichste, leckerste, unterhaltsamste. Sehr empfehlenswert.


Tibet Tibetisch im Restaurant Buddha Haus Akazienstraße 27, 10823 Berlin-Schöneberg
Die Atmosphäre im »Buddha Haus« hat zum Teil Wohnzimmercharakter: es gibt Bereiche, in denen man als Gast auf Kissen auf dem Boden sitzen kann. Gemütlich! An den Wänden hängen Bilder und Skulpturen mit asiatischen Motiven, nicht übertrieben viele, wie man es vielfach aus chinesischen Restaurants kennt. Man fühlt sich nicht von Klischees erschlagen. Angenehm!
Das Restaurant bietet mitnichten eine rein tibetische Küche, sondern eine große Auswahl an nepalesisch-tibetisch-thailändischen Speisen. Man hat die Qual der Wahl.
tibet Als Getränk wählte ich einen vitaminhaltigen Mango Lassi – superlecker! Die Vorspeise Kauli Tareko (gebackener Blumenkohl mit Tomaten-Koriander-Erdnuss-Sauce und Salat) war okay, aber geschmacklich belanglos. Die Hauptspeise überzeugte mich mehr: das typische Bergbauerngericht Khasi Alu (Lammfleisch mit Kartoffeln gebraten, Foto links) mit Basmati-Reis. Hatte was von Eintopf, bekam durch die landestypischen Gewürze Koriander und Kardamom aber seinen ganz eigenen Geschmack. Die Portion war ordentlich, hinterließ trotzdem kein Völlegefühl.
Als Dessert wollte ich einen Ice Cream Koroti (Crepes mit Eis). Der Chef des Hauses ließ mich allerdings wissen, das Eis sei leider ausgegangen, er könne den Crepes auch mit Licchies anrichten. War mir auch recht. Er schlug vor, den Crepes mit Asia Früchten zu belegen. Auch in Ordnung. Da beugte sich der Chef vor und meinte, eigentlich würde man im Nepal Crepes mit Eis oder Früchten nur den Touristen vorsetzen. Einheimische würden gebratene Banane mit Honig essen. Also wählte ich die Banane mit Honig. Schmeckte wunderbar süß, war aber sowas von mächtig, dass ich schließlich doch noch pappsatt das Restaurant verließ.
Dessen ungeachtet: das »Buddha Haus« ist eine kulinarische Entdeckung wert. Finden offenbar auch viele andere Berliner. Deshalb: bevor man sich auf die Reise macht, sollte man sich unbedingt einen Tisch reservieren!


ÖsterreichÖsterreichisch im Restaurant Austria
Bergmannstraße 30, 10961 Berlin-Kreuzberg
Schon mal an einer Fleischvergiftung gestorben? Nun, im Restaurant »Austria«, gutbürgerlich und im typisch touristisch-österreichischem Flair - gerahmte Bergpanoramen, Hirschgeweih und Kuckucksuhr! - ist das durchaus möglich. Denn dort sind die Schnitzel so groß wie sie inzwischen legendär sind. Wahnsinn! Da braucht man normalerweise nicht einmal eine Vorspeise. Trotzdem haben wir sie uns gegönnt: Eine Rindsuppe vom Tafelspitz mit Schinkenroulade. Zerging auf der Zunge, war wirklich ausgezeichnet. Bis zur Hauptspeise verging ein halbes Stündchen (offenbar ist dem Koch bewusst, was er seinen Gästen zumutet), weswegen wir Zeit genug hatten, für einen grünen Veltliner (heuriger, trocken).
AustriaAber dann war's soweit, das Wiener Schnitzel wurde serviert (Foto links). Den Gästen am Nachbartisch fielen die Augen aus den Höhlen, und uns grummelte der Magen angesichts dessen, was er zu bewältigen hatte. Ach so, Kartoffelsalat gab's auch noch dazu (liegt unter dem Schnitzel!), ebenso einen kleinen, frischen Salat (nicht auf dem Bild!). Jetzt war die Devise: Reinkloppen, bis es an den Ohren wieder rauskommt.
Natürlich, der Fleischbatzen war lecker, anfangs ging er auch locker den Rachen runter. Aber zum Ende hin erhob der Magen Protest - und die Alte Zwetschge (3 Jahre im Eichenfaß) für Heiko und der Marillenbrand für mich waren ein dringend notwendiger Magenspüler. Keine Frage, so ein Abend im »Austria« ist nix für den Gourmet, aber als Erlebnis für zwischendurch ganz akzeptabel ...


RusslandRussisch im Restaurant Grüne Lampe
Uhlandstraße 51, 10719 Berlin-Wilmersdorf
»Grüne Lampe« hieß ein elitärer Club in St. Petersburg der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Russland war nach dem Sieg Alexanders über Napoleon zur mächtigsten Monarchie Europas geworden. Die Nachfahren der bedeutendsten adligen Familien verkehrten im Club »Grüne Lampe«. Das gleichnamige Restaurant in Berlin soll an diese guten Zeiten, in denen Russlands Küche zu den besten Europas zählte und nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch gesund war, erinnern. Nach unserem Besuch gestern abend möchte ich behaupten: Das tut es!
Die Bedienung war freundlich und zuvorkommend, hatte sie doch direkt nach Auswahl der Getränke (sie riet von russischem Bier ab, empfahl stattdessen Warsteiner) auch Empfehlungen fürs Essen parat: Suppe!
Als Vorspeise wählte Heiko Borschtsch (die besten von unzähligen Varianten der in Russland, Polen und der Ukraine berühmten Rote-Bete-Suppe). Ich nahm Kharcho (eine würzige georgische Suppe mit Lammfleisch, Reis, Tomaten, Koriander und einem Hauch von Knoblauch). Obwohl wir uns nur für eine kleine Schale entschieden, waren wir bereits nach der Einleitung gut gesättigt und hätten uns über ein bißchen Pause zwischen Vor- und Hauptspeise gefreut. Doch auch diesmal (siehe dazu auch meinen Blog-Eintrag vom 15.12.2006 und vom 18.11.2006) lagen nur zwei Minuten dazwischen ... Soviel ist sicher: Beim nächsten Mal werden wir das Tempo definitiv selbst bestimmen und die Hauptspeise erst dann ordern, wenn wir die Vorspeise gegessen und halbwegs verdaut haben.
Grüne Laterne Auf neuerliche Empfehlung des Hauses hatten wir Boef Stroganoff gewählt: Rinderfiletstreifen mit Champignons an feiner Cremesauce, dazu Bratkartoffeln (Foto links). Obwohl wir schon nach der Hälfte der Speise zu platzen drohten, aßen wir den Teller bis auf den allerletzten Tropfen Sauce. Ungelogen: Es fehlte nicht viel und wir hätten ihn sogar noch abgeschleckt, einfach weil es so gut schmeckte. Beim Boef Stroganoff stimmte alles!
Auf ein Dessert verzichteten wir vorsichtshalber, nahmen stattdessen mit einem doppelten, vor allem aber echten (!) russischen Wodka Vorlieb. Der ging runter wie Butter.
Unser Fazit: sehr empfehlenswert!


Ägypten Ägyptisch im Restaurant El Pharao
Goerzallee 1, 12207 Berlin-Steglitz
Zugegeben, auf den ersten Blick mutete das Gebäude wie ein ehemaliger Kindergarten an. Ein gedrungener Klotz inmitten einer großen Freifläche. Doch man darf sich nicht täuschen lassen. Im Innern verbirgt sich ein ägyptisches Restaurant, daran lässt auch die bisweilen etwas kitschige Ausstattung keinen Zweifel. Immerhin: Der Chef des Hauses erwies sich als amüsant-plauderndes Original aus Kairo, das sein Lokal schon seit über dreißig Jahren in Berlin betreibt.
Als Aperitif wählten wir einen Araki (ägyptischen Anis). Darüber gibt es wenig Worte zu verlieren. Lecker. Als Getränke entschieden wir uns für Ayran (frisch zugebereitetes Joghurtgetränk), äypgtischen Mangosaft sowie einen Karkade-Tee (ägyptischer Hibiskustee). Die Vorspeise war bei Heiko ein »Schorbet Bandura« (Tomatensuppe mit Zwiebeln), bei mir ein »Schorbet Ads« (Gelbe Linsensuppe). Würzig, nicht zu scharf, genau der richtige Einstieg in den nächsten Gang.
Der dann auch bald erfolgte. Warum gibt es einfach keine kleine Pause zwischen Vor- und Hauptspeise, damit man dem Magen ein bißchen Ruhe gönnen kann? El Pharao Als Hauptspeise hatten wir die ägyptische Grillspezialität Kofta (Lamm- und Rindgehaktes, gerollt, dazu Reis ägpytischer Art, Humus Cream und Salat, Foto links) ausgesucht. Für den verwöhnten Westler-Gaumen war die Zubereitung natürlich gewöhnungsbedürftig, hatte aber ihren Reiz.
Weniger reizvoll, dass der Chef des Hauses sich nach geleerten Tellern an unseren Tisch setzte und immer ausführlicher sein Leid mit den Berliner Behörden klagte. Und als er sich schließlich auch noch über die Nachbarn in Steglitz zu ereifern begann, die ihre Probleme mit dem ägyptischen Restaurant hätten (was auch erklären würde, warum trotz eines Samstag abends das Restaurant menschenleer war), bekam das Essen einen faden Beigeschmack. So lecker es geschmeckt hatte, die nimmer endende Redseligkeit trübte den guten Eindruck.
Fazit: Essen gut, Chef aufdringlich.


Tschechisch Böhmisch im Restaurant Prager Hopfenstube
Karl-Marx-Allee 127, 10243 Berlin
Der Name täuscht, das Restaurant ist mit hohen Decken, Ikea-Lampen und -pflanzen alles andere als eine gutbürgerliche Stube. Aber nun gut, wir sind des Essens wegen gekommen, nicht wegen der Einrichtung. Als Getränk wählten wir eine Flasche Weißwein »Klastorne Biele« (halbtrocken, angenehm und vollwürzig im Geschmack). Als Vorspeise nahm ich Prager Schinkenröllchen (mit Sahnemeerrettich, Butter, getoastetes Brot), als Hauptspeise Svickova (böhmischer Rinderbraten mit Sauerrahmsoße, Preiselbeeren, Knödel und einem kleinen Salat - siehe Foto), zum Dessert einen Prager Kirschbecher (3 Kugeln Schokoladeneis mit Kirschlikör, Kirschen und Sahne).
Prager Hopfenstube Heiko entschied sich zur Einleitung für die Soljanka (hausgemacht mit Zitrone und Toast), als Hauptgang für das tschechische Nationalgericht Veprova Pecene (Schweinebraten mit mährisch Kraut und Knödel) und zum Abschluß für Marilleneisbecher (3 Kugeln gemischtes Eis, Marillen und Sahne).
Abgesehen von der Bedienung, die sichtlich im Stress war und zwischen, zugegeben, mächtiger Vorspeise und Hauptspeise keine fünf Minuten verstreichen ließ, meinem Salatdressing, das ziemlich fade nach Cocktailsauce aus der Flasche schmeckte, und den Marillen in Heikos Eisbecher, die wie Dosenobst den Geschmack vermissen ließen, war das Essen super lecker. In Überraschung versetzte uns nach dann doch zweieinhalb Stunden, die wir im Restaurant verbracht hatten, die Rechnung, die sich für alles zusammen (inklusive dem Absacker, je einem Kirschobstler) auf gerade mal 44 Euro belief - für die Menge und für die Qualität ein mehr als günstiger Preis.
Unser Fazit: empfehlenswert.

Essen & Trinken

Berlin bietet mehr als nur Döner und Currywurst. Die Gastro-Landschaft ist vielfältig. In unregelmäßigen Abständen durchstreife ich mit Heiko, einem gutem Freund, die internationalen Küchen.

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