Frauen, die sich zu ihrer Lust auf Sex, ihren Vorlieben, Träumen und Sehnsüchten bekennen und diese offen ausleben, werden schnell als Schlampe abgestempelt. Gwen, 20, schert sich nicht um Geschlechterrollen, Moralvorstellungen und Vorurteile. Sie gesteht: »Ich lebe promisk.« Freunde behaupten, sie sei eine Nymphomanin. Und noch andere schütteln den Kopf ob ihrer zahlreichen Affären. Was auch immer andere denken mögen, Gwen sagt: »Ich fühle mich gut dabei.«
Mit 13 hatte sie zum ersten Mal Sex, willentlich und ganz bewusst. Das Vögeln macht ihr Spaß, doch wenig später ließ ihr Freund sie sitzen. Sie beschloss: Geborgenheit, Vertrautheit und Nähe kann sie sich bei Freunden holen, großartigen Sex bei jedem anderen. Was nicht bedeutet, dass sie mit jedem in die Kiste steigt. »Ich wähle sehr wohl aus. Aber die Freiheit, es tun und lassen zu können, wann und wo und mit wem ich will ... die lasse ich mir nicht mehr nehmen.«
Seit ihrem Abitur arbeitet Gwen als Servicekraft in einem Swingerclub in Köln - wo sie von Gleichgesinnten umgeben ist, die ihren Gelüsten ebenso freizügig nachgehen. Was Gwen nicht will, weiß sie genau: »Mit fünfzig so enden, dass es Sex nur noch samstags um acht gibt, nach der Tagesschau, mit hochgeschobenem Nachthemd, bei ausgewaltetem Licht.«

Gwen hat sehr viel und sehr guten Sex. Sex ist für sie Triebbefriedigung, aber auch viel mehr. Sex ist Jagdfieber. Wenn Gwen in einer Discothek eine interessante Person entdeckt, egal ob Mann oder Frau, dann sucht sie Selbstbestätigung, nicht selten eine Affäre. Sie hat viele Affären. Sie genießt es, immer wieder einen anderen Körper zu erkunden und zu befriedigen. »Daraus ziehe ich meine eigene Befriedigung«, sagt sie. »Aber natürlich auch daraus, dass sich jemand mit mir beschäftigt.«

Schon mit 14 entdeckte sie SM - durch einen 21 Jahre älteren Mann. Seitdem bezeichnet sie sich als devot. »Ich finde es unwahrscheinlich reizvoll, ausgeliefert zu sein. Nicht zu wissen, was passiert. Oder es zu wissen, aber nichts dagegen tun zu können.«
Gwen geht gerne auf Partys oder in Clubs. Hier lebt sie ihre Neigungen aus. Mal als »Sub mit Hirn«, mal als Voyeurin oder Exhibitionistin, mal Lesbe oder Hetero, je nach Stimmung.
»Gwen. Tagebuch meiner Lust« erzählt davon. Amüsante Situationen vermischen sich mit spannenden Augenblicken, zärtliche Momente mit ungezügelter Leidenschaft, sinnliche Abenteuer mit schockierenden Erfahrungen. »Gwen. Tagebuch meiner Lust« ist ein erotisches Lesevergnügen, aber noch viel mehr ist es das Dokument eines außergewöhnlichen Lebensentwurfs.

Gwen

Tagebuch meiner Lust

Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2007, Taschenbuch
250 Seiten, Euro 9.90
ISBN 978-3-89602-771-9

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